Pflegeleitbild der fachpsychiatrischen Krankenpflege

Es ist Grundlage unserer pflegerischen Tätigkeit, Menschen unabhängig von Glaubensbekenntnis, Weltanschauung, Alter, Geschlecht und nationaler sowie sozialer Herkunft, in ihrer derzeitigen Situation anzunehmen.

Wir betrachten die jeweilige Lebenssituation der Patienten in Verbindung mit ihrer Lebensgeschichte und –perspektive, um daraus ein Verständnis für ihre Persönlichkeit, Problematik, ihre Ressourcen und ihre Zielsetzung in ihrer Ganzheit zu gewinnen.
Diese Erkenntnis dient uns als Grundlage, eine entsprechende Hilfestellung gemeinsam mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner Wünsche und Vorstellungen zu entwickeln.

Unsere Sicht auf psychische Störungen basiert auf dem Anthropologischen Krankheitsverständnis. Dieses begreift die Erkrankung vor dem Hintergrund eines allgemeinen menschlichen Potentials, einer allgemeinen Verletzbarkeit, als Ausdruck eines inneren Konflikts und als eine Reaktion auf Krisen, die zur Biographie eines jeden Menschen unvermeidlich dazugehören und deren angemessene Bearbeitung auch immer Chancen für den Betroffenen beinhaltet.

Im Pflegeprozess streben wir ein partnerschaftliches Verhältnis zum Patienten an.
Wir begreifen Pflege als Hilfe zur Selbsthilfe und fühlen uns verpflichtet, die Würde des Patienten zu achten und zu schützen. Unser Ziel ist es, das die Patienten auch in schwierigen Lebenslagen entsprechend ihren Wünschen und Möglichkeiten so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung selbstbestimmt und erfüllt leben können.

Wir leisten aktivierende Pflege in enger Zusammenarbeit und im professionellen Austausch mit niedergelassenen Ärzten, anderen Einrichtungen des psychiatrischen Hilfesystems, Ämtern, Institutionen sowie den Angehörigen. Dabei haben wir den Anspruch, die Qualität unserer Arbeit durch regelmäßige Fort- und Weiterbildung, Supervision und Teamsitzungen zu sichern. Darüber hinaus sind wir stets offen für fachspezifische Entwicklungen, um unsere Arbeit kontinuierlich zu verbessern.