Spezielle Gruppenangebote der Ergotherapie

Ergo_web_07.02.17

Skillsgruppe (DBT)

Die Skillsgruppe (DBT – Dialektisch Behaviorale Therapie) stellt ein zusätzliches Behandlungsangebot der ergotherapeutischen Praxis der Landungsbrücke dar. Diese Gruppentherapie nach Marsha M. Linehan wird vor allem unterstützend bei der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) angewandt. Auch im Zusammenhang mit anderen Diagnosen, wie zum Beispiel einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), hat sich DBT als hilfreich erwiesen.
Im wöchentlichen Rhythmus findet die Gruppe für die Dauer eines Jahres statt.
M. Linehan geht davon aus, dass bei der BPS die Störung der Emotionsregulation im Vordergrund steht, welche mit intensiven, unangenehmen, inneren Anspannungszuständen einhergeht. Die Betroffenen können sich häufig nur durch den Einsatz von dysfunktionalen Verhaltensweisen, wie z.B. Selbstverletzung, Drogenkonsum oder Essen, kurzfristig entlasten.

Das Skillstraining soll durch die Vermittlung der 5 Module

  • • Innere Achtsamkeit (nach dem Zen-Buddhismus)
  • • Stresstoleranz
  • • Umgang mit Gefühlen
  • • Zwischenmenschliche Fertigkeiten
  • • Selbstwert

helfen, Fähigkeiten zu erlernen und / oder zu verbessern, damit negativ besetzte Muster im Verhaltens-, Gedanken- und Gefühlsbereich verändert werden können.
Das „dialektische Behandlungskonzept“ bildet die Grundlage der DBT und somit des Skillstrainings. Hierzu gehört unter anderem, dass die Gruppe durch zwei Skillstrainer angeleitet wird. Diese vermitteln den Inhalt so, dass die Betroffenen eine Balance zwischen den Strategien des Verstehens und Respektierens eines Problems und dessen Veränderung finden können.

GSK – Gruppentraining sozialer Kompetenzen

Soziale Kompetenzen umfassen eine Vielzahl von Fertigkeiten, die für die Interaktion miteinander notwendig sind – zum Beispiel, um Beziehungen einzugehen und diese zu gestalten, eigene Gefühle und Bedürfnisse zu äußern sowie sein Recht gegenüber anderen Menschen  durchzusetzen.

Selbstsicherheit und soziale Kompetenzen können wie andere Verhaltensweisen erlernt und trainiert werden.

Das zentrale Element des Trainings sind Rollenspiele mit Videofeedback, wobei die zu spielenden Situationen drei Situationstypen zugeordnet werden können:

  • • Recht durchsetzten
  • • Beziehungen
  • • um Sympathie werben

Die Rollenspiele orientieren sich nicht an persönlichen Situationen der Teilnehmer/innen, sondern an allgemeinen Situationen in denen die Kompetenzen trainiert werden können, um später im realen Leben angewandt zu werden.

Die Rollenspiele werden freiwillig und in der Gruppe durchgeführt. Das dazugehörige Videofeedback erfolgt direkt am Anschluss. Die Videoaufnahmen werden direkt nach dem Anschauen gelöscht und alle besprochenen Inhalte der Gruppe werden von allen Teilnehmern/innen vertraulich behandelt.

Das Gruppentraining wird in Anlehnung an das GSK – Training von Rüdiger Hinsch (Dipl.- Psychologe) und Ulrich Pfingsten (Dipl.-Psychologe) durchgeführt, welches auf der Basis moderner kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansätze entwickelt wurde.
Das Training erstreckt sich über ca. 15 Sitzungen, die wöchentlich für 2 Stunden stattfinden. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Teilnehmer begrenzt.

Das Gruppenangebot ist ein Angebot im Rahmen der ASP. Interessenten, die nicht über die ASP an die Landungsbrücke angebunden sind, können jedoch über die Praxis für Ergotherapie an der Gruppe teilnehmen. Hierfür ist eine Verordnung für Ergotherapie (psychisch-funktionelle Gruppenbehandlung, 120 Minuten) Voraussetzung.

Eine Informationsveranstaltung soll dazu dienen, interessierten Teilnehmern das Gruppenangebot näher zu bringen und um eventuelle Fragen zu klären. Nach dieser Informationsveranstaltung entscheiden sich Interessierte, ob sie an dem Gruppenangebot teilnehmen möchten. Für die Informationsveranstaltung reicht eine telefonische Anmeldung in der Begegnungsstätte der Landungsbrücke (tel. 040 65793877). Für die Teilnahme am GSK-Angebot ist die Unterzeichnung eines Vertrages (regelmäßige Teilnahme, pünktliches Erscheinen, etc.) Voraussetzung.

 

Arbeitstherapeutische kompetenzzentrierte Gruppe

In den kompetenzzentrierten Gruppen wird besonderes Augenmerk auf die allgemeinen Arbeitsfähigkeiten gelegt. Ziel der Gruppen ist es, bereits vorhandene oder auch verloren gegangene Fertigkeiten wieder zu erlangen und zu trainieren. Der Fokus liegt hierbei unter anderem auf Handlungsplanung und –ausführung, Zeitmanagement, Steigerung der Frustrationstoleranz sowie auf Verbesserung von Konzentration und Ausdauer. Die Teilnehmer stellen innerhalb des Therapieprozesses ihre eigenen Werkstücke her, können sich untereinander austauschen und sich gegenseitig Hilfestellung geben. Der therapeutische Rahmen unterstützt sowohl die sozialen Kompetenzen sowohl als auch das Identifizieren der eigenen Stärken und das Selbstreflexionsvermögen. In einem Vorgespräch werden die individuellen Ziele formuliert und im Laufe der Behandlung stets überprüft und angepasst. Durch die wertschätzende und ganzheitliche Haltung der Therapeuten entsteht eine angenehme, vertrauensvolle Atmosphäre, die Grundlage für jede fruchtbare Arbeit ist.
Die Gruppenbehandlung erfolgt auf Grundlage einer Verordnung, die vom behandelnden Arzt ausgestellt werden kann. Die Gruppen sind materialspezifisch aufgebaut und basieren zum einen auf dem Arbeiten mit Pappe und Papier (Herstellen von Mappen, Kästen, Büchern, Alben etc.) und zum anderen auf dem Anfertigen von Körben verschiedenster Art aus Peddigrohr.